| Wir haben drei Katzen. Fortunato
(1993) und Soussée (1996) sind mit uns im Jahr 1998 von Hamburg ins
Allgäu umgezogen. Othello (2000) ist uns hier im Allgäu von einem
Nachbarn zugelaufen.
Dem antrazith-grauen Kater
Fortunato sind wir
zu m ersten Mal
in der Gartenanlage unseres
Urlaubhotels auf Ischia begegnet. Er war kaum drei Monate alt und
abgemagert. Sein rechtes Pfötchen war verletzt, er hatte einen
Nabelbruch. Von seinen Eltern keine Spur.
Der Veterinario Dott. Alessandro Impagliazzo
in Forio befreite ihn von den Flöhen, schiente sein Pfötchen und
stellte ihm einen Pass aus. Auf welchen Namen? Nun, meinte Frau
Impagliazzo, weil er so liebe Ersatz-Eltern gefunden hat, dann soll
der Glückliche doch Fortunato heißen! Und so steht es in seinem
Pass.
Der Nabelbruch wurde wenig später
operiert. Fortunato ist anhänglich, begleitet uns auf
Spaziergängen, fährt gern im Auto mit und beschützt seine jüngere
Halbschwester Soussée vor zudringlichen Freiern.
Soussée, ein Kätzchen, stammt
aus Sousse in Tunesien. Wir fanden sie am vorletzten Urlaubstag
elternlos in der Gartenanlage unseres Hotels. Sie war erst wenige
Wochen alt und sehr wackelig auf ihren dürren Beinchen. Über den
Zimmerservice bestellten wir warme Milch und ein Brötchen. Wir
tunkten das weiche Innere des Brötchens in die Milch, und Soussée
sog gierig die Milch daraus auf. Gesättigt und übermüdet schlief sie
auf dem Schoss meiner Frau ein.
Am nächsten Morgen versorgte die Tierärztin
Frau Dr. BEN FREDJ Saloua aus Sousse den Winzling. Wie soll er denn
heißen? Ja, vielleicht eine Mischung aus arabisch und
französisch? Soussée schlug die Ärztin vor. Und unter diesem
Namen flog "le chaton Soussée" in einer mit Sand gefüllten
Souvenir-Keramikschale und einem Certificat Sanitaire International
mit uns nach Hamburg.
Übrigens: als örtliche Direktorin der Société
Proctectrice des Animaux - ein Verein, der auch von
Brigitte Bardot unterstützt wird - setzt sich Frau Dr. BEN FREDJ
Saloua aktiv für den Tierschutz ein. Ihr ist es zu verdanken, dass
sich einige Hotels in der Region gegenüber der Société verpflichtet
haben, die in der Hotelanlage lebenden Katzen impfen und kastrieren
zu lassen und sie zu füttern. In unserem Hotel war es jeden Abend
eine Attraktion, wenn der Küchenchef höchstpersönlich mit den Resten
des Dinners auf einem Tablett erschien und die Futternäpfe der ihn
umschmeichelnden Katzen füllte.
Soussée ist anschmiegsam und klein von Wuchs.
Sie lässt sich ungern auf den Arm nehmen. Sie ist flink und springt
manchmal übermütig wie ein Geißbock durch den Garten. Soussée wird
wegen ihres Temperaments und ihrer arabischen Schönheit zu recht
gerühmt.
Allerdings hat Soussée
einige Schwierigkeiten mit unserem zugelaufenen Othello. Er ist ein
lieber, verschmuster Kater. Zutraulich und
ohne Furcht. Am liebsten spielt er mit Fortunato, der es als älterer
Herr nicht immer zu schätzen weiß, wenn er von dem jugendlich
temperamentvollen Othello übermütig angesprungen wird. Dann fängt
sich Othello manchmal eine Tatze ein.
Dann gab es da noch unsere beiden
herrenlosen Kostgänger aus der Umgebung: den tigerfarbenen Roberto
und den schwarz-weißen Felix. Leider sind sie vor einiger Zeit
verschwunden. Wir wissen nicht, was mit Ihnen geschehen ist.
Durch eine Katzenklappe im Keller können unsere Katzen zu jeder Zeit
aus dem Haus heraus und herein. Oder sie nehmen
die zum Balkon führende Katzenleiter und gelangen dann über das
Schlafzimmer ins Haus.
Besonders Fortunato und Othello gehen gern
mit uns spazieren. Sie folgen uns zu den benachbarten
Wiesen und genießen wie wir den Blick in die Berge.
In unserer Nachbarschaft gibt es viele
Katzen. Manchmal respektieren sie einander, manchmal nicht: dann ist
die Hölle los!
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