Wir wohnen
in
einem kleinen Ort südlich von Kempten, der Metropole des Allgäu. Unsere
Doppelhaushälfte liegt mit acht weiteren Häusern im Allgäuer Baustil in
einer Sackgasse. Auf einem Hügel, 763 m über NN. Von unseren beiden mit
Geranien und Petunien geschmückten Balkonen haben wir eine wunderschöne
Aussicht auf die Allgäuer Alpen. Durch einen Rosenbogen tritt man von der Terrasse in den Garten auf einen wimbledonverdächtigen Rasen. Übrigens
haben wir Boris nach dem Besenkammer-Intermezzo wieder
ausgeladen. Man möchte bei den Nachbarn ja nicht ins Gerede kommen. Ob
Steffi kommt, ist noch nicht ausgemacht, sie muss sich ja jetzt um ihre
Familie kümmern.
Im Garten wachsen Äpfel- und
Kirschbäume. Wenn sie blühen, kommen mir die Verse in den Sinn: "Wenn der Blüten Frühlings-Regen
über alle schwebend sinkt ..."
(Faust II, Verse 4613 - 4614). In der äußersten Gartenecke ein
kleines Holzhäuschen - unsere Liebeslaube für Gartenmöbel und
Geräte.
Der Osthang ist mit Weigelien, Weißdorn,
Forsythien, Flieder und Feuerahorn bepflanzt. Bodendecker kämpfen gegen das Unkraut an.
Ein Starenpärchen konnte es kaum
erwarten, bis wir
auf dem Hang oben auf einer Stange einen Starenkasten angebracht hatten,
um sich darin einzunisten. Die Jungen sind bereits geschlüpft und piepsen
im Chor nach Futter.
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Aber Herr Star scheint darauf zu pfeifen, anstatt sich um die
hungrige Brut zu kümmern. Das
können Sie nicht durchgehen lassen!
Klicken Sie ihn an, damit er
seinen Pflichten nachkommt! |
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Die Fürsorge hat sich gelohnt.
Klicken Sie auf den Vogel. Stolz versammeln die Eltern ihren flügge gewordenen Nachwuchs auf dem
Hausdach um sich. Merke: der erste Schein kann trügen. In ein paar Monaten
wird sie der Flug in den Süden führen. Welcome next year!
Guten Flug, und lasst Euch nicht von den Itackern erwischen! |

Den 1. Mai 2001 wird man sich merken
müssen. Ein historischer Tag. Erstmals in der Geschichte dieses
beschaulichen Straßenzugs stellten die Anwohner auf einer Wiese
ihren eigenen Maibaum auf. Unter fachkundiger Anleitung versteht sich. Es
waren nur gestandene Mannsbilder mit langjähriger Waldarbeiter-Erfahrung als Helfershelfer
zugelassen.
Bangend verfolgten Frauen und Kinder die Aktion.
Als der Baum schließlich fest verankert im Boden stand, brauste Beifall
auf. Die Frauen hielt es nicht länger: sie stürzten zu ihren Männer,
umhalsten sie und sparten nicht mit Worten der
Bewunderung.
Anschließend wurde gefeiert. Viele Hände hatten für Getränke,
Brotzeit, Kaffee und Kuchen gesorgt. Die Stimmung war super. Bei
vorsommerlichen Temperaturen wurde bis in die späten Abendstunden gefestet. Erst als der zunehmende Mond unter dem Kranz in den weiß-blauen
Abendhimmel aufstieg - Sie müssen allerdings schon ganz genau hinsehen, um
den Halbmond zu erkennen -, zerstreute sich die Gesellschaft. Es war ein
herrlicher, unvergesslicher Tag.
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